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Silvesterlauf in Winsen...

Sonnenschein, Temperatur so um die Null Grad, was will man mehr?

Mehr als 500 Teilnehmer: Walker, Läufer über 3000, 5000 und 10300 Meter. Auch ein Hund mit Startnummer (und Herrchen) war dabei.

Wir fuhren mit dem Fahrrad zum Start: Doch ganz schön kalt, also wie die Profis erstmal warm laufen. Am besten, man trainiert für 12 km wenn man 10 km laufen will, dann hat man 2 km zum Warmlaufen und kann beim Lauf gleich lossprinten.

Mein Plan sah vor, nach der Uhr 55 min zu laufen, also ein Zeittraining daraus zu machen. Petra meinte zwar, 5:30 pro Kilometer könnte ich im Kopf rechnen, aber weil sich das beim Berlin-Marathon gut bewährt hat, habe ich mir eine Tabelle mit Tesa-Film ans Handgelenk geklebt.

Am Start war es wie bei jedem Lauf ziemlich eng (dafür aber nicht mehr kalt). Wir hatten uns vor die Walker gedrängt, die mit ihren Stöcken immer sehr viel Platz brauchen. Die Idee hatten viele.

Statt Startschuss warf irgendjemand einen Böller. Eine Ansprache oder ein Jetzt-Geht's-Los war nicht zu hören.

Die ersten 500 m waren auf Asphalt zu laufen. Hier könnte man zwar schneller laufen, aber es war zu eng. Die zweiten 500 m war ein breiter Feldweg. Hier hätte ich zwar besser überholen können, aber lieber etwas vorsichtiger: Durch die Wettbewerbsatmosphäre kann man sich leicht überschätzen und zu schnell starten. Trotzdem war ich schockiert, als ich den ersten km mit ungefähr 45 s Verspätung hinter mich brachte.

Kurz danach teilte sich die Strecke: Die 5- und 10-km-Läufer mussten in einen engen Waldweg abbiegen. Angenehmer Boden, aber Zweige rechts und links, so dass ein Überholen nicht möglich war. Wie ein langer Lindwurm schlängelten wir uns durch den Wald. Es war immer noch ziemlich eng, dennoch habe ich bewusst Abstand gehalten, oder bin seitlich versetzt gelaufen, um den Boden vor mir sehen zu können (Letztes Jahr habe ich mir beim Laufen mit Petra an einer kleinen Wurzel mal heftig den Zeh verbogen, weil ich zu dicht hinter ihr lief.) Nach 2 km war ich mehr als 1 min hinter meinem Zeitplan hinterher.

Als die Wege wieder breiter wurden und sich das Läuferfeld weiter auflockerte, begann meine Aufholjagd: Ich hänge mich an einen Läufer vor mir, bleibe eine Zeit lang dahinter, und an geeigneter Stelle überhole ich. Die Wege sind zwar jetzt breiter, aber Laufen kann man oft nur in den Fahrspuren, also zwei Läufer nebeneinander. Immer noch sehr angenehmer Waldboden.

Dann kommt ein geschotterter breiter Weg. Langsam komme ich an meine geplanten Zeiten heran. Bei Kilometer Vier oder Fünf überhole ich einen Jugendlichen, der mich kurz darauf wieder überholt. Wir liefern uns ein erbittertes Rennen. Er weiß nichts davon. Aber er ist schneller. Macht auch nichts: Ich laufe schließlich zum Spaß!

Und was ist das? Der Streckenposten baut die Markierung für Kilometer Sieben schon ab. Als ich an ihm vorbeilaufe, habe ich meine ganze Verspätung schon aufgeholt, sogar schon einen kleinen Vorsprung erlaufen, weil er sie in Richtung 8 km trägt.

Kilometer Acht und Neun verwirren mich, weil die Markierungen nicht dort stehen, wo auch Eins und Zwei stehen. Ich weiß jetzt gar nichts mehr. Also einfach Laufen. Im Nachhinein ist es ganz klar: Die Strecke ist ja 10,3 km lang, und nicht 10,0 km. Aber ich brauchte wohl meine ganze Energie für die Beine. Für's Gehirn war nichts mehr übrig.

Bei Kilometer Zehn bin ich entäuscht, weil meine Zeit gar nicht mehr passt: Deutlich mehr als 53 Minuten. Wie kann das passieren, wo doch bei Sieben alles so schön gepasst hat. Aber auch hier hat das Gehirn versagt. Zehn mal 5 min 30 sind nicht 53 min, sondern 55 min!

Die letzten 300. Es sind noch ein paar Zuschauer da, die auf Ihre Angehörigen warten. Jetzt bloß keinen Endspurt machen:

  1. kann man auf 300 m nicht das aufholen, was man auf 10 km versemmelt hat
  2. ist ein Endspurt übertrieben, wenn man für 10 km knapp eine Stunde braucht

Also lieber die Zuschauer anlächeln und so tun, als wäre der ganze Lauf nur Spaß gewesen. Arme hochreißen sollte man auch nur machen, wenn jemand Zielfotos macht.

Ich durchlief also lächelnd nach 55:38 min das Ziel, und war damit etwas schneller als geplant. Es waren ja 10300 statt 10000 Meter. Die Zeitplanung mit Tabelle hat sich mal wieder bewährt, wenn ich auch ab Kilometer Sieben ziemlich durcheinander gekommen war.

Im März 2007 sollte der Celler Wasalauf über 15 km ein ähnliches Zeittraining für den Hannover-Marathon werden. Damals hatte ich keine Tabelle, weil 6 Minuten pro Kilometer ja ganz einfach zu rechnen ist. Geplant war, die ersten zehn Kilometer mit besagten 6 min/km zu laufen, und danach wenn's geht, etwas schneller zu werden, um unter 1:30 Stunden zu bleiben.

Nach den ersten zwei Kilometern hatte ich mehr als eine Minute Vorsprung gegenüber dem Plan. Na bitte, läuft doch gut, also weiter so! Aber nach zehn Kilometern war ich schon richtig erschöpft. Es war kein Beschleunigen möglich. Und obwohl ich das Ziel erreicht habe, und auch deutlich unter 1:30 geblieben bin, war ich mit dem Lauf nicht zufrieden.

Für den Hannover-Marathon hatte ich mir daraufhin eine Tabelle auf den Arm geklebt. Bis zur Hälfte hat das gut funktioniert, danach wurde ich deutlich langsamer.

Auch für den Berlin-Marathon hatte ich wieder eine Tabelle gemacht. Trotz Gehen an den Versorgungsständen waren die Abweichungen der Zeit über die gesamte Strecke immer nur weniger als 30 Sekunden. Das hatte eine große psychologische Wirkung: Alles genau nach Plan, alles Super. Ich war beruhigt.

Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Werner läuft!

 

 

 

1.1.08 09:50
 


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